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Was ist Bio Art ?

Auf der letzten Dokumenta 13 in Kassel oder auf der Biennale in Venedig wird deutlich, daß es heute vielen Künstlern wichtig ist eine Debatte zu führen zwischen aktuellen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in Bereichen wie Genforschung, Biotechnologie und dem wachsenden Bewußtsein ökologischer Zusammenhänge.

Mit diesem gesellschaftlich relevanten Thema beschäftigt sich seit Mitte der 90er Jahre eine Kunstrichtung unter dem Genre „Bio-Art“. In diesem Themenkreis möchte ich auch meine Arbeiten einordnen.

Auch mir ist es wichtig aktuelle Forschungsergebnisse und naturwissenschaftliche Entwicklungen in einen gesellschaftlichen Dialog zu überführen in dem meine Kunst als Katalysator fungiert. Mir ist der Diskurs wichtig, nicht das Anbieten einer fertigen Lösung.

Patricia Piccini, eine australische Künstlerin verweist mit surrealen aber gleichzeitig plausibel erscheinenden Skulpturen auf die Manipulierbarkeit von Lebewesen durch Eingriffe des Menschen. Die Skulpturen sehen auf den ersten Blick aus wie niedliche, menschliche oder tierische Figuren, auf den zweiten Blick wird man dann der Kreuzung beider Bereiche gewahr.

Wo ist die Grenze zwischen Mensch und Tier und welche Verantwortung tragen wir „Schöpfer“ gegenüber unseren „Schöpfungen“?

Ihr Werk „Skywhale“ ein Heißluftballon in Form einer Schildkröte, mit riesigen Eutern welches im Mai zur 100-Jahr Feier der Stadt Canberra das erste Mal gezeigt wurde, erregt derzeit die Gemüter. Die Betrachter wollen nicht mit „abartigen, seltsamen Kreuzungen von Lebewesen konfrontiert werden. Viele fühlen sich dabei unwohl und angeekelt…. Aber ist nicht gerade diese direkte Konfrontation oft nötig um über wichtige Fragestellungen nachzudenken?

Patricia Piccini konstatiert dazu: „Was wäre wenn die Evolution sich nicht aus dem Meer sondern aus der Luft entwickelt hätte und sich eine Natur ausgebildet hätte die statt zu schwimmen fliegen könnte?