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Kreative Blockaden lösen

Welcher Künstler kennt das nicht? Man will unbedingt mit der Arbeit an seinem Werk weiterkommen und steht doch vor einem leeren Blatt. Etwas frustrierenderes kenne ich in meinem Leben als Künstlerin kaum……

Naja, die erste Hürde ist sicherlich schon in dem kleinen Wort „unbedingt“ zu finden. „Unbedingt“ weist immer auf Druck hin,  und das tut mir in meiner künstlerische Auseinandersetzung selten gut!

Wie jedoch gehe ich frei an die Sache heran wenn ich seit Tagen nicht weiterkomme?

Ich habe je nach Lebenssituation zwei Wege die mir helfen über die Blockade hinwegzukommen.

1.

Automatisches Zeichnen, Malen, Schreiben u.s.w.

Ich nutze eine Methode der Surrealisten, nämlich das „automatische“ Tun.

Die Surrealisten haben versucht durch diese Methode die permanente Kontrolle des wertenden Geistes auszuschalten und so zu ihrem Unbewußten zu gelangen.

Man setzt sich mit einer klaren Zeitvorgabe (am besten Stellt man sich einen Alarm ein) vor ein leeres Blatt und fängt einfach an seine Gedanken ohne weitere Wertung zu dokumentieren. Während des Schreibens sollte man nicht Werten was man gerade schreibt, sondern einfach nur dem Wortfluss freien Lauf lassen.

Wenn man Zeichnen oder Malen möchte, sollte man sich Papier und die Stifte oder Farben, die man benutzen möchte, zurechtlegen. Bitte bei Farben nur eine begrenzte Auswahl von 2-3 da es sonst dazu führt, daß die Benutzung der Farbe den unbewußten Prozess zu sehr unterbricht.

Jetzt „arbeitet“ man sich ohne weitere Unterbrechung durch die gewählte Zeiteinheit ohne währenddessen schon irgendeine Wertung vorzunehmen. Wenn wertende Gedanken aufkommen, müssen diese verworfen werden. Pause sind nicht erlaubt, da auch dann der Gedankenfluß zu stark gesteuert würde.

Nach Ablauf der Zeit beendet man die Tätigkeit und schaut sich die Ergebnisse an.

Die Überraschung ist meist groß und vieles kann bereits als Impuls für weiteres Arbeiten benutzt werden.

2.

Fokus auf andere Dinge

Die zweite Möglichkeit eine Blockade zu lösen, ist für mich der Fokus in eine andere Richtung. Wenn ich all meine Energie in die Malerei stecke und dabei nicht weiterkomme bremse ich mich auch für andere Dinge total aus.

Sobald ich meine Energie auch auf andere spannende Dinge in meinem Leben lenke, merke ich oft schnell, daß ich auch in der Malerei wieder neue Ansätze und Idee habe.

 

Es ist aber tatsächlich so, daß ich in meiner Kreativität dem ständigen Wechsel des Selbstbewußtseins und des Zweifels ausgesetzt bin. Die Fallstricke stelle ich mir meist selbst, aber sie kommen – unweigerlich – immer wieder.

Aber das macht es ja auch so wunderbar unvorhersehbar….

😉 Jo